Zwischenbericht der Ethikkommission

Zwischenbericht der Ethikkommission

Liebe Vereine,
 
Liebe Landesverbände,
 
 
in einer ersten Reaktion auf die im Rahmen der Anfang Mai durch öffentliche Berichterstattung einem breiteren Publikum bekannt gewordenen Vorwürfe gegen Teile der sportlichen Leitung des Deutschen Rugby-Verbandes hatte das DRV-Präsidium in einem relativ knappen Statement erwidert, dass die Vorwürfe bereits untersucht seien.
 
Durch dieses knappe Statement, welches in dem Ansinnen verfasst wurde, Spekulationen und damit weiteren Schaden für das Deutsche Rugby zu vermeiden, konnte der Eindruck entstehen, dass die Vorwürfe nicht mit der notwendigen Ernsthaftigkeit behandelt worden wären. Das war in der Außenwirkung ungeschickt, zumal das Gegenteil der Fall war.
 
Die Vorwürfe beschäftigen den DRV seit Anfang Dezember. Bereits zu diesem Zeitpunkt (erstmals am 2. Dezember 2020) hat man von Seiten der Verbandsführung versucht, Vermittlungsgespräche zu führen. U.a. haben hier auch Bundeswehr und DOSB ihre Hilfe als Mediatoren zugesagt. Diese Gespräche wurden von Rafael Pyrasch mehrfach ausgeschlagen.
 
Im Januar gab es dann ein langes Telefongespräch zwischen Rafael Pyrasch und DRV-Vizepräsident Michael Schnellbach. Später wiederholte und spezifizierte Rafael Pyrasch seine Vorwürfe noch einmal in einem offenen Brief an den DOSB, Athleten Deutschland, die Bundeswehr und das DRV-Präsidium. Auf dieser Basis wurde Manuel Wilhelm vom gesamten Präsidium befragt und aufgefordert, sich zu den gegen ihn erhobenen Anschuldigungen zu äußern.
 
Nachfolgend hatte Rafael Pyrasch am 11. Februar die Chance, seine Gefühlslage in einer Anhörung durch das Präsidium, unter Teilnahme des Geschäftsführers von Athleten Deutschland, noch einmal zu erläutern. Mit der Zustimmung von Rafael Pyrasch wurden die vorgebrachten Punkte in einem Transkript zusammengefasst. Dieses Transkript wurde daraufhin Manuel Wilhelm zur Stellungnahme überlassen. Zudem wurde Alexander Widiker darum gebeten, dem Präsidium seine Kontobewegungen in Form von Bankverbindungen offenzulegen. Es wurde anhand der vorliegenden Kontoauszüge keine persönliche Bereicherung festgestellt, im Gegenteil, Herr Widiker und Herr Wilhelm haben immer wieder mit privaten Zahlungen einen Beitrag zur Finanzierung des Leistungssport-Betriebes geleistet.
 
Der Präsident traf sich am 18. Februar mit den Athleten am Bundesstützpunkt in Heidelberg, um die allgemeine Stimmungslage der Mannschaft einzuholen. Dabei wurden die schwerwiegenden Anschuldigungen bzgl. der Fehlverwendung der Sporthilfegelder und einer generellen “Kultur der Angst” nicht wiederholt, sondern lediglich einige Detailverbesserungen der internen Abläufe angeregt. Diese Verbesserungsvorschläge wurden aufgenommen und bereits umgesetzt.
 
Außerdem wurde u.a. ein Statement des Chef-Bundestrainers Damian McGrath eingeholt, welcher sich ausdrücklich hinter Manuel Wilhelm und seine Arbeit stellte.
 
Im Februar hat Manuel Wilhelm in einer umfassenden 40-seitigen schriftlichen Stellungnahme mit zahlreichen E-Mail-, Chat- und Kontoauszügen die einzelnen Punkte beantwortet. Auf dieser Grundlage hat das DRV-Präsidium einen Bericht über den Ausgang der Untersuchungen an Athleten Deutschland, die Stiftung Deutsche Sporthilfe und den DOSB gesendet.
 
 
Der interne Aufarbeitungsprozess, der dem oben angesprochenen Präsidiums-Statement voran ging, betrug also insgesamt einen Zeitraum von knapp sechs Monaten und beinhaltete zahlreiche Gespräche mit unseren Partnern bei Sporthilfe, DOSB, Bundeswehr und Athleten Deutschland. Die öffentliche Berichterstattung wiederholte nur die bereits bekannten und überprüften Anklagepunkte und brachte keine neuen Erkenntnisse.
 
Dennoch hat man sich dazu entschieden, den Good-Governance-Beauftragten des Verbandes mit einer Untersuchung durch eine unabhängige Ethikkommission zu beauftragen. Die Zusammenfassung des Zwischenberichts der Ethikkommission wird unter folgendem Link allen Interessierten zur Verfügung gestellt. Die ausfühlichere Version des Berichtes mit beteiligten Dritten ist aus datenschutzrechtlichen Gründen nur den Rugby-Vereinen und Landesverbänden per e-Mail zugegangen.

Zwischenbericht der Ethikkommission
 
 
DRV-Geschäftsstelle