DRV-7er-Frauen spielen um Plätze sieben bis neun
In Portugal lief es für die DRV-Frauen bislang nicht, wie man es sich vorgestellt hatte. (Foto: Jan Perlich)

DRV-7er-Frauen spielen um Plätze sieben bis neun

Die deutschen 7er-Rugbyfrauen haben als Aufsteigerinnen beim ersten Turnier der Rugby Europe Sevens Championship Series in Lissabon (POR) auch Lehrgeld zahlen müssen. Das Team von Nationaltrainer Max Pietrek musste nach einem neuen Turniermodus in bereits zwei Gruppenphasen insgesamt vier Spiele am ersten Turniertag absolvieren, von denen leider keines gewonnen werden konnte. In einer dritten Gruppenphase wird die DRV-Auswahl am Sonntag nun um die Plätze sieben bis neun spielen. Die Gegnerinnen in dieser abschließenden Runde stehen erst am Sonntagvormittag fest.
 
Nationaltrainer Max Pietrek hatte das erste Gruppenspiel gegen RUMÄNIEN als besonders wichtig deklariert. Entsprechend motiviert ging das deutsche Team aus zur Sache. Doch zunächst zeigten beide Teams ein eher fehlerhaftes Spiel. Rumänien aber zog zuerst Profit daraus und ging mit einem erhöhten Versuch in Führung (5.). Zur Halbzeit war die Partie noch völlig offen, denn Johanna Hacker war in der 7. Minute durchgebrochen und trug den Ball mit einem langen Spring ins gegnerische Malfeld – 5:7 aus deutscher Sicht.
 
Doch Rumänien brachte sich früh auf die Siegerstraße, nachdem man schnell zwei erhöhte Versuche zum 21:5 nachlegte. Nach dem von Katalina Bechtel erhöhten Versuch durch Gesine Adler zum 12:21 (12.) keimte noch mal Hoffnung auf, aber Portugal machte zwei Minuten später mit seinem vierten Versuch zum 26:12-Endstand den Sack zu. „Diese Niederlage haben wir zu 100 % uns selbst zuzuschreiben, und das ist frustrierend“, gab Nationaltrainer Max Pietrek zu. „Wir hatten Lücken in der Verteidigung, haben die Bälle an den Rucks verloren und Rumänien so eingeladen.“
 
Zufriedener war er mit der Leistung seiner Mädels im zweiten Gruppenspiel gegen RUSSLAND. Zwar waren die deutschen Frauen erwartungsgemäß in fast allen Belangen unterlegen und kassierten am Ende eine deutliche 0:39 (0:22)-Niederlage gegen die Titelverteidigerinnen, aber: „Die Vorgabe war, die Fehler aus dem ersten Spiel auszubügeln, und das haben die Mädels gemacht. Klar konnten wir in puncto Athletik und Tempo nicht mithalten, aber wir hatten mehr Kontrolle in der Verteidigung, konnten die Russinnen in Phasen gut abwehren. Das war trotz der Niederlage sicher besser.
 
Aus den Platzierungen der Vorrundengruppen wurden gemäß des neu angewendeten Spielmodus‘ erneut Gruppen gebildet. Dort waren der Gruppenerste aus Pool C, Spanien, und der Zweitplatzierte aus Pool B, Polen, die Gegner der DRV-Frauen.
 
Zunächst ging es gegen die SPANIERINNEN, gegen die Deutschland ganz gut ins Spiel kam. Vor allem defensiv bot man den bis dahin ungeschlagenen Favoritinnen Paroli. Nur selbst konnte man offensiv kaum mal Akzente setzen. In der 3. Minute konnte man dann nicht mehr verhindern, dass Spanien 5:0 in Führung ging. Danach hatte das deutsche Team längere Ballbesitzphasen, doch erst mit der Pausensirene gelang Steffi Gruber der 5:5 Ausgleich.
 
Nach dem Seitenwechsel dauerte es nicht lange, bis Spanien direkt wieder vorlegte (8.). Und diesmal ließen sie zwei Minuten später mit dem dritten und nochmals zwei Minuten darauf sogar den vierten Versuch folgen. Mit 20:5 war nun die Vorentscheidung gefallen. Doch die DRV-Damen steckten nicht auch und belohnten sich für die gute kämpferische Leistung mit dem Versuch durch Gesine Adler zum 10:20-Endstand aus deutscher Sicht. „Auch Coach Pietrek ging insgesamt mit einem positiven Eindruck aus diesem Spiel heraus.
 
Der Nationaltrainer sah auch noch „eine gute erste Halbzeit“ gegen POLEN. Dennoch legten die osteuropäischen Nachbarinnen gleich mit der ersten Aktion auch den ersten Versuch, spielten danach druckvoll weiter und erhöhten in der 4. Minute auf 14:0, bevor Johanna Hacker in der 6. Minute mit einem selbst erhöhten Versuch auf 7:14 zur Pause verkürzen konnte.
 
Leider konnten die DRV-Damen in der zweiten Halbzeit die Intensität nicht mehr aufrechterhalten und mussten noch mal drei erhöhte polnische Versuche hinnehmen, sodass am Ende eine deutliche 7:35-Niederlage zu Buche stand.
 
Wiederum werden nun aus den Platzierungen in der zweiten Gruppenphase, die am Sonntagvormittag beendet wird, neue Gruppen gebildet, wobei die Gruppensieger aus Phase zwei um die Medaillen, die jeweils Zweitplatzierten um die Plätze vier bis sechs und die jeweils Drittplatzierten entsprechend um die Plätze sieben bis neun spielen werden. Deutschland findet sich nach den zwei Niederlagen in der zweiten Gruppenphase in letzterer Gruppe wieder, kann also in Lissabon bestenfalls noch Siebenter werden.
 
„Am Ende eines unerwartet langen ersten Turniertags steht, dass wir unser gesetztes Ziel nicht erreicht haben. Wir wollten Rumänien im ersten Spiel schlagen, dann stünden wir womöglich auch besser da“, gestand Nationaltrainer Pietrek. „Insgesamt waren wir nicht vorsichtig genug mit unserem Ballbesitz, haben den Ball oft zu leicht hergegeben und mussten so viel verteidigen. Wenn wir unsere Ballbesitzphasen mal gut gespielt haben, haben wir auch gepunktet, aber das war eben zu selten der Fall. Insgesamt bleibt festzuhalten, dass wir im Training weiter intensiv an unseren Basic Skills und an einem kontrollierteren Spiel bei eigenem Ballbesitz arbeiten müssen.“