REC: Effektive Spanier schlagen Schwarze Adler

Rugby Deutschland machte aus seinem Ballbesitz gegen Spanien zu wenig. (Foto: Jan Perlich / Rugbylicious Photography)



11 February 2024

Rugby Verband Rheinland-Pfalz

Erstellt von Rugby Deutschland

Im zweiten Spiel in der Rückrunde der Rugby Europe Championship musste sich die deutsche 15er-Rugbynationalmannschaft in Madrid den Spaniern mit 5:27 (5:15) geschlagen geben. In einem Spiel, in dem insgesamt mehr drin war für die Schwarzen Adler, weil sie im Sturmspiel und an den Kontaktpunkten klar stärker waren, war es am Ende vor allem das schnelle Spiel der Gastgeber sowie ein klares Plus an Cleverness und Effektivität, was den Unterschied ausmachte. Es gibt also noch einiges, an dem es zu arbeiten gilt, bevor am kommenden Wochenende (18. Februar um 13.30 Uhr) das wichtige Spiel in den Niederlanden ansteht.
 
„Wir sind natürlich etwas enttäuscht, weil, ehrlich gesagt, heute deutlich mehr drin war gegen die Spanier““, unterstrich Nationaltrainer Mark Kuhlmann. „Wir hatten eine Plattform, waren gut im Gedränge, wir hatten genügend Bälle in den Händen, aber wir haben es eben nicht geschafft, auch Zählbares daraus zu machen. Wir haben das Momentum nicht bekommen und konnten, gerade in der Schlussphase, nicht mit Druck die Vorteilslinie brechen. Ja, wir haben in der Vergangenheit auch schon höher gegen Spanien verloren, aber heute waren wir nicht gut genug. Die Mannschaft ist auf dem richtigen Weg, braucht als Neuling auf diesem Niveau aber auch noch etwas Zeit.“
 
Die Partie begann sehr ausgeglichen, sogar mit leichten Vorteilen für die Schwarzen Adler. Die standen im Gedränge stark, gewannen auch den einen oder anderen Ball, konnten aber noch keinen Profit daraus schlagen. Auch die Verteidigung schien auf das schnellere Spiel der Spanier gut eingestellt. Doch in der 15. Minute überraschten die Gastgeber mit einer überworfenen Gasse, nach der Martiniano Cian den Ball bekam und bis ins Malfeld lief.
 
Spanien bekam jetzt ein paar Entscheidungen für sich, auch einen Straftritt in der 20. Minute, den Bautista Guemes sicher verwandelte. Im Gegensatz zu den Deutschen hatten die Iberer aus ihren ersten beiden nennenswerten Chancen jeweils Punkte mitgenommen. Die RD XV brachte sich aber weiter in gute Positionen, leistete sich dann aber auch den einen oder anderen Fehler, der sie dann um den durchaus verdienten Lohn brachte. Die Spanier agierten deutlich cleverer. Nach einer Gasse fünf Meter vor dem deutschen Malfeld verteidigte Rugby Deutschland hart die Mallinie, aber Spanien spielte auf die schnellen Jungs, und Martin Mateu legte den zweiten, diesmal erhöhten Versuch (32.).
 
Spanien bekam jetzt mit seinem schnellen Spiel und der klaren Führung im Rücken deutlich Oberwasser und zeigte, dass es auch zurecht vorn lag. Doch kurz vor der Pause kamen die Adler noch mal in gute Position. Nach einer Gasse formierte sich das Paket und schob die noch fehlenden zehn Meter bis ins spanische Malfeld, wo letztlich Mika Tyumenev ablegte. Die schwierige Erhöhung von weit links außen setzte Edoardo Stella knapp neben die Stangen.
 
Nach dem Wiederanpfiff war es erneut eine Partie auf Augenhöhe, aber Spanien setzte die Deutschen mit ihrem schnellen Spiel unter Druck, zeigte auch mal überraschende Vorstöße. Doch es kamen zunächst keine weiteren Zähler auf die Anzeigetafel – auch, weil Guemes einen eher einfachen Straftritt verzog (52.). Vier Minuten später aber machte Spanien das Spiel einmal mehr breit und schnell, versuchte es dann mit einem Überkick ins deutsche Malfeld, den Estanisiao Bay knapp zuerst erreichte und zum Versuch ablegte.
 
Deutschland setzte sich – dann auch in Überzahl – lange vor dem spanischen Malfeld fest, doch eine Behinderung brachte den Ball in spanische Hände – Chance erneut vertan (73.). Doch die Adler blieben im Vorwärtsgang in der spanischen Hälfte, brachten aber den Ball nicht richtig über die Vorteilslinie. Es fehlte zudem das Überraschungsmoment aus der Hintermannschaft. Und so verlor man den Ball ein ums andere Mal und brachte sich so um die gute Angriffsposition. Stattdessen beendete Spanien die Partie wieder mit einem schnellen Spielzug zum erhöhten Versuch, der den Iberern am Ende sogar den Bonuspunkt einbrachte.
 
Punkte:
5:0 (15.) – Versuch Martiniano Cian
8:0 (20.) – Straftritt Bautista Guemes
15:0 (32.) – Versuch Martin Mateu & Erhöhung Bautista Guemes
15:5 (39.) – Versuch Mika Tyumenev
-----------------
20:5 (56.) – Versuch Estanisiao Bay
27:5 (80.) – Versuch John Bell & Erhöhung Gonzalo Lopez
 
Gelbe Karte: Vicente del Hoyo Portoles (67.) / -
Schiedsrichter: Paulo Duarte, Pedro Mendes da Silva, Diogo Miranda (POR)
 
Kader Deutschland:
1 Jörn Schröder (52. Daniel Wolf) – 2 Mika Tyumenev (45. Andrew Reintges) – 3 Cosmo Zymvragos (61. Christophe Edene) – 4 Hassan Rayan – 5 Cameron Lindsay (61. Tim Frauenfeld) – 6 Marcel Henn – 7 Justin Renc (73. Jonathan Maaser) – 8 Sebastian Ferreira – 9 Oliver Paine (63. Michael McDonald) – 10 Edoardo Stella – 11 Felix Lammers (73. Zinzan Hees) – 12 Leo Wolf – 13 Sebastian Rodwell – 14 Cameron McDonald – 15 Nikolai Klewinghaus (60. Henry Smeed)